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{tab title=Geschichte}

Der direkte Vorfahr des heutigen Squash ist das Wandspiel Fives (England bis ca.1790). Wie diese Sportart entstand ist unklar. In manchen Aufzeichnungen finden sich Hinweise auf Mönchszellen in anderen auf Gefängniszellen als erste „Courts“. Aus Fives entwi­ckelte sich Rugby Fives, wo bereits Courts mit abfallenden Seiten­wänden das Spielfeld bildeten. Zu Beginn wurden die ersten Rück­schlagspiele noch mit der Hand gespielt. So wurde erst gegen Ende des 14 Jahrhunderts im damaligen Jeu-de-Paume (das heutige Tennis) die Hand durch einen Schläger als Ballinstrument ersetzt. Durch diesen Wandel wurde es möglich den Ball wesentlich härter und weiter zu schlagen.

Abb. 3.5 Tennis- und Squashschläger um 1880

Parallel zu Rugby Fives entwickelte sich das Spiel Rackets, welches erstmals in Charles Dickens „Pickwick Papers“ Ende 1820  erwähnt wurde. Die Spiele Fives und Rackets wurden zu dieser Zeit noch im Freien gespielt. Zwischen 1820 und 1850 findet der Übergang zu den Innencourts statt.

Führend in dieser Entwicklung war die englische Eliteschule Harrow School, an der bereits1822 ein Spiel namens Open Court Rackets gespielt wurde und welche schließlich in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts den ersten Court in der Halle bauen lies. Der Rackets Court war hinten offen, wurde aber bereits durch Seitenwände be­grenzt. Sporthistoriker wie Beddington (1984) und Hasselbach (1986) sehen daher das Racket-Court Spiel als direkten Wegberei­ter für das heutige Squash.

 

Offiziell wurde der erste überdachte Racket-Court 1853 im Londoner „Old Prince Club“ gebaut. Zum Aufwärmen und für An­fänger wurde mit einem weichen Ball gespielt, da die harten Bälle zu schnell innerhalb der nach hinten noch offenen Grenzen des Courts sprangen.

 

Dieser weiche Ball gab dem Sport seine heutige Bezeichnung: So übersetzt der Sport-Brockhaus (1984) Squash als „weichen Körper“ und verweist damit auf den Ball. Im Laufe der Zeit wurden die Regeln von Rackets zunehmend auf Squash, welches oft auch als „Mini-Rackets“ bezeichnet wurde, übertragen. Die Erstellung von Squashcourts war billiger, der benötigte Raum kleiner. Schul­squashcourts entstanden in ganz England.

 

Das einfacher zu erlernende Squash wurde 1890 erstmals in der Sportliteratur erwähnt. So liest man im Sporthandbuch „Badminton Library of Sports and Pastimes“ folgendes: „Es gibt jetzt in England mehrere Privathäuser mit schönen Squashcourts, die ähnlich klei­nen Handballcourts gebaut sind.“

 

Aus Rackets-Court entwickelte sich das heute vor allem in den USA gespielte Racquetteball. Die namentliche Trennung von Squash und Racquetteball wurde 1908 von der „Tennis and Rackets Association“ beschlossen. 1924 schrieb Charles Arnold das erste Squashhandbuch. Es beschäftigte sich überwiegend mit formalen Aspekten, wie Spielregeln, Spielfeldmarkierungen und einheitlichen Materialien für Spielwände und Fußboden. Zwei Faktoren waren für die einsetzende weltweite Verbreitung des Squashsports entscheidend.

 

 Zum einen wurde Squash schon früh­zeitig als Schul- und Universitätssport in England betrieben. Dort hatte man erkannt, dass gerade diese Sportart für die körperliche Entwicklung, Konzentration, Kondition, den Zwang zu geistiger Flexibilität und nicht zuletzt zur Förderung des Fairness-Gedankens bestens geeignet ist.

 

Zum anderen nahmen die Absolventen der Universitäten, die aus dem gesamten Commonwealth kamen, die Spielidee in ihre Länder mit. Offiziere von Armee und Marine, die in Indien, Pakistan, Ägypten oder Südafrika stationiert waren, betrieben dort Squash als Garnisonssport neben anderen typisch englischen Sportarten wie Cricket, Polo und Rugby. Auf diese Weise wurde Squash auch dort schnell populär; all diese Länder stellen bis heute Weltklasse­spieler.

Am 4. Dezember 1928 wurde die Squash Rackets Association (SRA) gegründet, die aus der Tennis und Rackets Association

her­vorging. Als erste eigenständige Organisation des Squashsports nahm sie sich der Regeln an, die sie für Wettkämpfe als verbindlich erklärte und durch Kommentare für Spieler und Schiedsrichter er­gänzte. Die SRA legte die Abmessungen und das Material für die Schläger fest und gab Ballnormen heraus. Diese sahen für Wett­kämpfe allein den schwarzen Ball vor, anstatt die seinerzeit übli­chen roten, grauen und grünen Bällen mit unterschiedlichem Sprungverhalten. Statt des 15-Punkte-Zählsystems wurde das 9-Punkte-System eingeführt.

Die ersten offiziellen englischen Meisterschaften wurden im Hin- und Rückspiel von Donald Butcher gegen Charles Read im Jahre 1930 gewonnen. Dieses Zweispielsystem hatte bei den englischen Meisterschaften bis 1947 Bestand. Der SRA schlossen sich zunächst nationale Organisationen wie Ägypten, Südafrika, Australien und Neuseeland an. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren der SRA 32 Län­der und 250 englische Clubs als Mitglieder angeschlossen. Durch die Gründung der International Squash Rackets Federation im Jahre 1973 wurde die SRA als führende Squash-Organisation der Welt auf ihre nationalen Aufgaben beschränkt.

Squash in Deutschland:

Squash wurde in Deutschland gleich zwei Mal geboren. Die erste Wiege stand schon vor dem zweiten Weltkrieg in Berlin. Dort ent­standen 1930 im Bezirk Siemensstadt die ersten vier Courts.

Der damalige Leiter des Bereichs Fernmeldetechnik bei SIEMENS, Dr. Ernst von Siemens, hatte Squash in England kennen gelernt und den Bau der damals "Wandspielhallen" genannten Anlagen ini­tiiert. Unter den Mitarbeitern des Unternehmens wurde ein regel­rechter Spielbetrieb organisiert. Es gab sogar schon Wettkämpfe gegen ausländische Mannschaften.

Außer bei SIEMENS gab es vor dem Krieg noch zwei weitere klei­nere Anlagen. Der Berliner Hallen-Tennis-Club hatte einen Court in seinem Vereinsheim anlegen lassen. 1936 wurden im Haus des Deutschen Luftfahrt-Verbandes einige Squashcourts gebaut, die von den Piloten für Fitness- und Freizeitsport genutzt wurden. Durch die Kriegswirren gerieten die Squashhallen und ihr Sport in Vergessenheit, die Hallen wurden zweckentfremdet. Erst 1978 wurde in den SIEMENS-Hallen durch den Berliner Wandballspiel­verein wieder Squash gespielt. Anfang der siebziger Jahre hatte Christof Graf Vitzthum in Australien den Squashsport kennen ge­lernt. Er hörte durch Zufall von den fast vergessenen Courts. Durch Mund-zu-Mund Propaganda gelang es ihm den Sport in den SIEMENS-Hallen wieder populär zu machen.

Ebenfalls in Australien hatte sich rund zehn Jahre zuvor der Hamburger Kaufmann Henning Harders mit dem "Squash-Bazillus" infiziert. Bei seiner Rückkehr in die Hansestadt errichtete der "zweite Gründervater des deutschen Squash" dort drei Courts. In Hamburg entwickelte sich die Keimzelle des Squash als organisierte Sportart in Deutschland.

Dort wurde folgerichtig auch 1973 der Deutsche Squash Rackets Verband (DSRV) gegründet. Unabhängig von den deutschen Be­strebungen hielt Squash auch durch die britische Rheinarmee Ein­zug in Deutschland. Schon in den Jahren bis 1949 hatten die Briten insgesamt 40 Courts für ihre in der Bundesrepublik stationierten Soldaten errichtet.

Heutzutage üben laut einer Sternumfrage ca. 1,5 Millionen Men­schen in Deutschland Squash als Breitensport aus. In Vereinen sind wesentlich weniger Spieler aktiv. Im Jahre 2003 spielten beispiels­weise 17 566 Menschen in Deutschland in Vereinen Squash; rund 10 000 weniger als noch 1992.

Abb. 3.6 Mitgliederentwicklung des DSRV

 

Die Gründe hierfür liegen sicherlich in einem gestiegenen Angebot von Trendsportarten wie Inline-Skating oder Nordic-Walking.

Im Verein Squash zu spielen erscheint vielen Spielern als unattrak­tiv, da die Sportart auch ohne fachliche Anleitung schnell zu erler­nen ist. Allerdings führt eine ungenügende Schlagtechnik zu einem wesentlich höheren Verletzungsrisiko, welches von vielen „nicht-Vereinsspielern“ häufig unterschätzt wird.

 

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{tab title=Ausrüstung}

Im Squashsport ist eine moderne Ausrüstung für den Spielfluss sowie für ein verletzungsfreies Spiel von großer Bedeutung.

 

Schuhe:

Zum Schutz des hellen Hallenbodens aus Holz, sind in allen Squashanlagen Schuhe mit heller Sohle vorgeschrieben. Auch sollte, mit zunehmendem Training, ein  spezieller Squashschuh verwendet werden, um akuten oder chronischen Schäden vorzu­beugen. Herkömmliche Sportschuhe wirken vor allem im Leistungs­sport belastend auf Sprunggelenk und Achillessehne. McKay und Batten forderten bereits 1980 einen Squashschuh welcher „hochge­zogene Fersen zum Schutz der Achillessehne“ beinhaltet. Die mo­dernen Squashschuhe besitzen neben dem Absatzkeil für die Achil­lessehne eine zusätzliche Rotationszone um das Drehmoment zu vermindern, da Rotationen die häufigsten Fußbewegungen beim Squash sind.

 

Kleidung:

Die für den Squashsport verwendete Kleidung sollte atmungsaktiv sein und möglichst alle Bewegungen des Spielers zulassen. McKay (1990) empfiehlt zusätzlich auch das verwenden von Schweißbän­dern.

 

Schläger:

Die Entwicklung der Schläger hat in den letzten 20 Jahren maßgeb­lich zu Veränderungen im Squash beigetragen. So wurde in den 80er Jahren noch mit Holzschlägern gespielt, welche schwerer wa­ren, weswegen der  Spieler deutlich mehr Kraft aufwenden musste, bzw. der Ball über eine enorme Schwungsteuerung gespielt wurde. Heute bestehen die Schläger aus Leichtbaumaterialien wie z.B. Graphit oder Kevlar. Außerdem hat die Größe der bespannten Flä­che zugenommen.

 

Auf Grund dieser Materialverbesserungen ist es leichter geworden die Bälle kontrolliert zu spielen. Besonders im Jugendbereich zeigte sich eine enorme Leistungssteigerung, da es nun möglich wurde den Ball auch ohne viel Kraft in die hinteren Ecken zu spielen. Mit der Veränderung der Schläger, veränderte sich auch die Technik des Squashspiels. So wird mittlerweile der Grundschlag durch eine offene Schläger­haltung gelehrt und nicht mehr durch eine stark schwung­gesteu­erte Schlägerführung.

 

 

Abb. 3.7 Moderner Squashschläger

 

 

Bälle:

Grundsätzlich werden drei Typen von Bällen unterschieden, welche sich auf Grund einer Perforation in ihrem Sprungverhalten unter­scheiden. Zu erkennen ist die Ballbeschaffenheit an der Farbe eines kleinen Punktes an der Oberfläche.

 

- Blauer Punkt: Anfängerbereich, Kindertraining

- Roter Punkt: Hobbybereich

- Zwei gelbe Punkte: Leistungs- und Wettkampfbereich

 

Vor einigen Jahren wurde für den Wettkampfsport ein Ball mit einem gelben Punkt benutzt. Dieser wurde durch den noch lang­sameren Doppelgelbpunktball ersetzt um das Spiel für Zuschauer und Fernsehkameras überschaubarer zu gestalten. Außerdem sollte einer zu starken Vereinfachung durch immer besser werdende Schläger vorgebeugt werden.

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{tab title=Regeln}

Squash ist wie Tennis, Badminton und Tischtennis eine Rück­schlagsportart. Das Spielfeld wird als Court bezeichnet und ist durch Stirnwand, Seitenwände und Rückwand begrenzt.

 

Durch die Möglichkeit die Seitenwände und die Rückwand in das Spiel mit einzubeziehen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten und Schlagvarianten, welche das Spiel überaus abwechslungsreich gestalten. Hinzu kommt, dass es im Squash, auf Grund der Court­begrenzungen, relativ einfach ist den Ball „im Spiel“ zu halten, was gerade für Anfänger den Einstieg enorm erleichtert.

 

Da im Gegensatz zu anderen Rückschlagsportarten beide Spieler im selben Feld gegeneinander spielen, sind gut ausgebildete koordina­tive Fähigkeiten der Spielpartner für ein verletzungsfreies Spiel von großer Bedeutung.

 

So ist auch die wichtigste Regel im Squash: „Jeder Spieler sollte zu jedem Zeitpunkt in einem Ballwechsel darauf verzichten, den Ball zu schlagen, falls die Gefahr besteht, den Gegner mit Ball oder Schläger zu treffen. In solchen Fällen hält der Spieler inne und der Ballwechsel wird wiederholt (Letball) oder der Gegner wird be­straft.“

 

Die Regeln in Kurzform

Die Gegner spielen abwechselnd den Ball an die Stirnwand, wobei Seitenwände und Rückwand ebenfalls angespielt werden können. Jedoch muss der Ball vor dem ersten Bodenkontakt die Stirnwand berühren.

 

 

Abb. 3.1 Ungültige Bälle

 

 

Der Ball kann auch direkt (Volley) angenommen werden und darf ansonsten nur einmal aufspringen. Während dem Spiel ist das Feld durch rote Linien an Stirn- und Seitenwand, durch die Höhe der Rückwand und durch die Tiefline (Tin) begrenzt.

 

 

 

Abb. 3.2 Squashcourt (Begrenzungen)

 

 

Der gültige Aufschlag ist zusätzlich durch den Zwischenraum zwi­schen Aufschlaglinie und Auslinie an der Stirnwand, sowie durch Bodenmarkierungen begrenzt.

 

Der Aufschläger muss mindestens einen Fuß vollständig in dem Aufschlagfeld platzieren und den Ball über die Stirnwand in das gegnerische Viertel spielen. Im Gegensatz zum Tennis gilt generell: Werden vom Ball die Linien berührt so gilt der Ball als aus.

 

 

 

Abb. 3.3 Der gültige Aufschlag (Vorhand)

 

Zu Beginn eines Squashspiels wird ausgelost, welcher Spieler den ersten Aufschlag ausführen darf. Dies ist insofern von Bedeutung, da nur der aufschlagende Spieler punkten kann. Beim ersten Auf­schlag darf der Spieler selbst bestimmen auf welcher Seite er be­ginnt. Gewinnt der Aufschläger den Ballwechsel, so muss der nächste Aufschlag von der anderen Seite ausgeführt werden. Ein Punkt wird erzielt, wenn der Gegner nicht mehr in der Lage ist den Ball den Regeln entsprechend zurückzuschlagen. Gespielt werden zwei oder drei Sätze wobei ein Satz zu Ende ist, wenn ein Spieler neun Punkte erreicht hat. Bei Spielstand 8:8 darf der nicht auf­schlagende Spieler entscheiden, ob der Satz bei neun oder zehn Punkten enden soll.

 

Die Letregel

Wie oben bereits angedeutet, bergen im Squash die körperliche Nähe sowie der überaus schnelle Ball, eine nicht zu unterschät­zende Verletzungsgefahr. Um das Verletzungsrisiko weitgehend zu reduzieren wurde die Letregel eingeführt, deren wesentliche Merk­male hier zusammengefasst werden.

 

Definition: Ein Let ist die Wiederholung eines Ballwechsels, für den kein Punkt vergeben wurde.

 

Ein Let kann von einem Spieler gefordert werden, wenn der Gegen­spieler ihn derart behindert, dass kein gültiger Schlag ausgeführt werden kann. Unternimmt der benachteiligte Spieler dennoch einen Schlagversuch, so kann kein Let gewährt werden. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen körperlicher Behinderung und mögli­chem Treffen des Gegners mit dem Ball, auf Grund der Position des Gegners.

 

 

 

Abb 3.3.1 Let Schema

 

 

Im Fall eines möglichen Treffers mit dem Ball gilt folgende Grund­regel: Wird ein gedankliches Dreieck zwischen den Ecken an der Stirn­wand und dem Ball gebildet und befindet sich der Gegner in diesem Dreieck, so wird dem Letforderer der Ballwechsel gutgeschrieben.

 

Abb. 3.4 Der hintere Spieler verlangt Let und bekommt einen Punkt

 

Wird aber dennoch geschlagen und der Ball trifft den Gegner, so bekommt Spieler B zwar auch den Punkt, wird aber vom Schieds­richter verwarnt und bei Wiederholung drohen Punkt-, Satz- oder Spielverlust. Kein Let wird gegeben, wenn der Schlag so schlecht ausgeführt wurde, dass der Ball, wenn er den Gegner nicht getrof­fen hätte auf keinen Fall die Stirnwand hätte erreichen können.

 

Generell gilt, dass beide Spieler die Pflicht haben, den direkten Weg zum Ball für den Gegner freizugeben. Auf Grund der enormen Komplexität der Letregel, wird an dieser Stelle auf eine detailge­nauere Beschreibung verzichtet.

 

Allgmeine Squashregeln auf www.nett-im-let.de



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{tab title=Technik}

Eine solide Technik bildet die Basis für ein verletzungsfreies Spiel und erhöht maßgeblich die Freude am Squashsport. Grundsätzlich sollte auf eine seitliche Stellung zum Ball, Belastung des vorderen, gebeugten Beins sowie auf einen niedrigen Schwerpunkt geachtet werden. Im Squash gibt es eine Fülle von Schlagvariationen, aus denen im Folgenden die wichtigsten ausgewählt wurden.

 

Schlägerhaltung:

Im Gegensatz zum Tennis ist im Squash nicht zwischen Rückhand- und Vorhandgriff zu unterscheiden. Der Schläger wird auf beiden Seiten gleich gehalten, wobei im Allgemeinen auf eine offene Schlägerhaltung Wert gelegt wird, um dem Ball möglichst gefühl­voll die nötige Flugkurve geben zu können.

 

 

 

Abb. 3.8 Korrekter Griff

 

 

Eine geschlossene oder verdeckte Schlägerhaltung führt im Anfän­ger- und Hobbybereich häufig zum Tiefschlagen des Balles unter­halb des Tins. Im Übrigen muss auf ein fixiertes Handgelenk im Moment des Treffens geachtet werden, um eine möglichst kontrol­lierte Flugbahn zu erreichen.

 

 

 

 

Abb. 3.9 Offen Schlägerhaltung - Vorhand und Rückhand

 

 

Der Aufschlag:

Da im Squash nur der aufschlagende Spieler punkten kann, ist es besonders wichtig einen zielgerichteten und vor allem sicheren Aufschlag spielen zu können. Es wird zwischen zwei Techniken un­terschieden: Lob Aufschlag und Halbhoher Aufschlag.

 

Der Lob Auf­schlag ist einfacher und bereitet Anfängern weniger

Schwierigkeiten als der wesentlich härter zu schlagende halbhohe Aufschlag.       

 

 

Abb. 3.10 Lob Aufschlag Vorhand

 

 

Im Idealfall wird der Ball über die Reichweite des Gegners gespielt und sollte im hinteren Eck vor der Glaswand aufspringen, was dem Gegner ein Returnieren erschwert. Auf der Vorhandseite ist eine offene Körperstellung einzunehmen, auf der Rückhandseite die Seitstellung mit dem linken Bein vorne, damit der Schlag mit der einfacheren Vorhand ausgeführt werden kann. 

           

Der Grundschlag (Longline):

Bei allen Schlagvarianten im Squash ist eine seitliche Stellung zum Ball einzunehmen. Beim Grundschlag (auch Longline genannt) gilt es, den Ball möglichst nahe und parallel zur Seitenwand nach hin­ten zu spielen. Im Idealfall ist die Flugkurve hoch und der Ball springt erst kurz vor der Rückwand auf. Der Grundschlag bildet die Basis für alle weiteren Schläge, da hier die Grundprinzipien der Schlagtechnik besonders deutlich werden. Daher wird an dieser Stelle explizit der Longline erläutert. Im Allgemeinen lässt sich je­der Schlag in drei Phasen aufschlüsseln: Vorbereitungsphase, Hauptphase und Endphase.

 

Longline Studie Thorsten Thiel

 

Abb. 3.11 Vorhand Longline

 

 

Die Vorbereitungsphase soll optimale Voraussetzungen für die er­folgreiche, ökonomische und funktionelle Ausführung des Schlages in der Hauptphase schaffen. Erreicht wird dies durch einemöglichst frühzeitigeAusholbewegung des Schlagarmes, mit einer anschlie­ßenden Vorspannung des Oberkörpers. Der Ellenbogen ist gebeugt und der Schlägergriff befindet sich auf Schulterhöhe. Die entstan­denen Winkel zwischen Oberarm/Rumpf sowie Unterarm/Oberarm sollten mindestens 90 Grad betragen.

                                                                                 

Die Hauptphase besteht aus Beschleunigung des Schlägers mit an­schließendem Treffen des Balles. Die Schlägerführung sollte nicht direkt zum Ball erfolgen, sondern einer elliptischen Kurve gleichen (Trainer sprechen hier von einer „bananenförmigen“ Schlägerfüh­rung). Der Ellenbogen streckt sich in einer flüssigen Bewegung bis zum Treffen des Balles fast vollständig.

 

 

Abb3.12 Vorhand Longline (Treffpunkt)

 

 

Der Treffpunkt des Balles spielt die wichtigste Rolle. Er sollte im Zentrum der Bespannung liegen, um eine optimale Beschleunigung und Genauigkeit zu erreichen.

 

In der Endphase klingt die Schlagbewegung aus, der Ellenbogen beugt sich wieder und der Schlägerkopf schwingt etwa bis auf Kopfhöhe aus. Das Ellenbogenköpfchen zeigt hier immer zum Bo­den. Schulter und Hüfte sind während des gesamten Ablaufes fast Achsenparallel (übermäßige Aushol- und Auschwungbewegungen vermeiden).

 

Das Körpergewicht ist leicht auf das vordere Bein verlagert, wel­ches soweit gebeugt ist, dass sich das Knie auf Treffpunkthöhe be­findet. Das hintere Bein streckt sich soweit wie nötig (Ausfall­schritt). Der Oberkörper sollte möglichst Aufrecht bleiben, wobei ein stabiles Gleichgewicht durch herabsetzten des Schwerpunktes erreicht wird (Knie gebeugt). Grundsätzlich sollte auf der rechten Seite des Courts das linke Bein vorne sein und auf der anderen das rechte. Dies ist unabhängig davon, ob der Spieler  Links- oder Rechtshänder ist. Für den Rechtshänder befindet sich die Vorhand auf der rechten Courthälfte und die Rückhand auf der linken. Alle im weiteren Verlauf aufgeführten Schlagvarianten beziehen sich auf Rechtshänder.

 

Vorhand/Rückhand – allgemeine technische Unterschiede:

Auf der Vorhandseite wird der Ball in direkter Verlängerung des Oberschenkels vor dem Knie getroffen. Auf der Rückhandseite et­was früher, da sich ansonsten der rechte Arm in der Hauptphase nicht optimal strecken kann und somit Genauigkeit und Beschleu­nigung abnehmen.

 

Wie bereits erwähnt bildet der Longline die Basis für alle weiteren Schläge. Ob und wann der Ball die Stirnwand berührt, oder ob die Seitenwände mit einbezogen werden, ist vor allem durch den Mo­ment des Treffens bedingt. Entscheidend hierfür ist die richtige Stellung zum Ball. Im Folgenden werden die Grundschläge im Squash für ein Anfängertraining erläutert.

 

Der Cross-Court-Schlag:

Hier wird der Ball, wie der Name schon sagt, diagonal von einer Seite des Courts zur anderen gespielt. Um dies zu erreichen muss der Treffpunkt früher als beim Longline sein. Die Seitstellung weist in Richtung der vorderen Courthälfte; somit ist die Schulterachse parallel zu einer gedachten Diagonale im Court. Es werden drei Va­riationen des Crossballes unterschieden: Cross-Lob, hart gespielter, kurzer Cross, sowie der weicher gespielte, lange Cross.     

 

Abb. 3.13 Vorhand Cross

 

 

Im Anfängerbereich  sollte  zuerst der lange Cross gelehrt werden.                                       

Dieser, oft als Defensivschlag ausgeführte Ball, bewegt sich auf ei­ner mittelhohen Flugbahn über die Stirnwand diagonal in das hin­tere Drittel dergegenüberliegenden Courthälfte und berührt im Idealfall knapp unter der Auslinie die Seitenwand, bevor er kurz vor der Rückwand  aufspringt.     

Der Boast:

Beim Boast berührt der Ball zuerst die Seitenwand und erreicht dann die Stirnwand. Es wird hauptsächlich zwischen Defensivboast und Angriffsboast unterschieden. Da der Defensivboast leichter zu erlernen ist, sollte dieser im Anfängertraining zuerst geschult wer­den.

      

Abb. 3.15 Vorhand Boast

 

Der Ball wird aus der hinteren Hälfte des Courts an die Seitenwand gespielt, bewegt sich auf einer mittelhohen Flugbahn zur Stirnwand und springt nach dem Kontakt im Idealfall kurz vor der gegenüber­liegenden Seitenwand auf.

 

Wie beim Cross-Court ist für eine gelungene Ausführung der Treff­punkt von großer Bedeutung. Dieser ist später anzusetzen als beim Longline und die Seitstellung richtet sich zur hinteren Courthälfte aus.

 

 

Abb. 3.16 Vorhand Boast

 

Für das Ausführen des Boast ist eine solide Longlinetechnik mit offener Schlägerhaltung entscheidend, da ansonsten der Ball die Stirnwand nicht erreichen kann.

 

Volley, Stopp, Angriffsboast, der hintere Eckenball, harter Auf­schlag, kurzer Cross und diverse andere Schlagvarianten zählen teilweise zur fortgeschrittenen Technik und sollen erst geschult werden, wenn die oben angeführten Grundschläge sicher be­herrscht werden. Eine Stoppballtechnik muss methodisch z.B. nicht  extra trainiert werden, wenn eine zufrieden stellende Longlinetech­nik erlernt wurde.

 

Laufwege:

Entscheidend für eine ökonomische Spielweise mit Übersicht ist der richte Laufweg zum Ball. Vom Mittelpunkt des Courts (T-Position) können die meisten Bälle mit maximal drei Schritten erreicht werden. Für die vordere und hintere Hälfte gilt, dass nicht direkt zum Ball gelaufen wird, sondern in einer Art Schleife um die Seitstellung zu gewährleisten. Für Bälle im vorderen Bereich wird daher der erste Schritt direkt nach vorne ausgeführt.

 

 

Abb. 3.17 Laufwege

 

Für Bälle im hinteren Be­reich sollte der erste Schritt rück­wärts, parallel zur Trennlinie der Aufschlagfeldviertel ausgeführt werden. Erst dann erfolgt die Drehung mit den zwei nächsten Schritten zum Ball. Im Zweierrhythmus werden Bälle im Umkreis von ca. 2 Metern um das T erreicht. Der Viererrhythmus findet vor allem für weit entfernte Bälle in den Ecken Anwendung.

 

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{tab title=Taktik}

Wichtigstes taktisches Prinzip im Squash, ist wie bei allen Rück­schlagsportarten, den Ball so zu spielen, dass der Gegner möglichst viel Zeit braucht um den Ball zu erreichen. Die vier Ecken stellen in der Regel das Ziel einer solchen Aktion dar.

 

Abb. 3.18 T-Position

 

Die Spielpartner sollen versuchen, dem Gegner keine Chance zu geben in eine offensive Position zu gelangen. Um dies zu erreichen ist ein wichtiges Prinzip: sicher spielen. Das bedeutet im engeren Sinn, dass man möglichst mit Grundschlägen wie Longline oder Cross den Ball im hinteren Drittel des Courts hält.

 

Auf Grund der räumlichen Nähe zur Rückwand und der Entfernung zur Stirnwand, soll es dem Gegner so schwer wie möglich gemacht werden, An­griffsschläge mit eventuellem Punktgewinn anzubringen. Außerdem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner einen Fehler macht oder zumindest einen schlechten Ball in die Mitte des Courts spielt. Daher sollte es nach jedem Schlag Ziel sein, die zentrale Po­sition des Courts (T-Position) zu besetzen. Hinzu kommt, dass es aus dieser Postion heraus wesentlich leichter ist, die vier Ecken des Spielfeldes zu erreichen und man nicht so leicht vom Gegner überrascht werden kann.

 

Allgemeine taktische Grundregeln aus anderen Rückschlagsportar­ten greifen auch im Squash:

 

- jeder Ball ist wichtig; das Spiel ist erst nach dem letzten Punkt entschieden

- der Aufschlagende ist im Vorteil und sollte sich auf diesen, ersten Ball besonders konzentrieren

- nie den Ball aus den Augen lassen

- gegnerische Schwächen und Stärken erkennen

- Spieltempo variieren

- gelegentliche, überraschende Angriffsschläge ausführen

- technisch richtig zum Ball stehen

 

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{tab title=Quellennachweis}

Die Informationen sind ein Auszug aus der schriftlichen Hausarbeit:

Squash an der Schule

Von Wolfgang Peter

Verfasst im Jahr 2004 an der Technischen Universität München

Literaturnachweis

Nachweis der verwendeten Abbildungen:

Abb. 3.1     Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

Abb. 3.2     http://www.nett-im-let.de/

Abb. 3.3     Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

Abb. 3.3.1 Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

Abb. 3.4     Wolfgang Peter

Abb. 3.5     Eberhard Mensing:

Risiken im Squash

ISBN: 392677812

Abb. 3.6     DSRV www.squashnet.de

Abb. 3.7     Wolfgang Peter

Abb. 3.8     Espie/Sklorz:

Richtig Squash

ISBN: 3405146461

Abb. 3.9     Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

Abb. 3.10   Wolfgang Peter

Abb. 3.11   Wolfgang Peter

Abb. 3.12   Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

Abb. 3.13   Wolfgang Peter

Abb. 3.14   Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

Abb. 3.15   Wolfgang Peter

Abb. 3.16   Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

Abb. 3.17   Wolfgang Peter

Abb. 3.18  http://www.nett-im-let.de/

 

Nachweis der Verwendeten Internetadressen:

http://www.nett-im-let.de/

 

http://www.squashnet.de/

 

 


Verwendete Literatur:

 

Espie/Sklorz:

Richtig Squash

ISBN: 3405146461

 

Hasselbach/Härtel:

Squash

ISBN: 349917040  

     

Ulrike Brikner/Peter Langhammer:

Squash – Technik Taktik Spiel

ISBN 3806818614

 

Eberhard Mensing:

Squash – Methodik Training Spiel 

ISBN 3926778032

 

Eberhard Mensing:

Risiken im Squash

ISBN: 3926778121  

 

Kurt Fricke:

Squash / Ausrüstung, Technik, Regeln

ISBN: 3806803897

 

Daniel Becker:

Trainingsbuch Squash

ISBN 3499194686

 

Landessportbund NRW

Squash

ISBN 3785316720

 

Günter Frey/Eberhard Hildenbrandt:

Einführung in die Trainingslehre

ISBN 3778084216

 

Grosser/Starischka/Zimmermann:

Das neue Konditionstraining

ISBN 3405160332

 

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